Die Zukunft beginnt jetzt! So bringen Sie oberes und mittleres Management auf einen gemeinsamen Nenner

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Vor einigen Wochen beschäftigten sich in einer meiner Veranstaltungen acht kleine Teams aus verschiedenen Unternehmen damit, wie sie die Anforderungen des digitalen Wandels meistern können. Die Beteiligten – allesamt Mitarbeiter aus dem mittleren Management – kehrten im Anschluss total begeistert und mit vielen neuen Ideen zurück in ihre Unternehmen. Sie waren voller Tatendrang … doch dann kam die Ernüchterung durch das obere Management: „Moment, Moment, wir müssen das erst mal ausgiebig diskutieren …“

Einfach ausgebremst, zurück zum Stillstand – und das geht nicht nur diesen Teams so.

 

Toll, aber …

Ich arbeite bei meinen Vorträgen und Trainings sehr häufig mit Unternehmen aus dem Mittelstand. Im Rahmen dessen fällt mir immer wieder eine Kluft zwischen dem oberen und dem mittleren Management auf. Allerdings ist meine Erfahrung dem in vielen Medien vertretene Bild gegenläufig: Denn die Mitarbeiter im mittleren Management haben die Notwendigkeit des technologischen und kulturellen Wandels meist erkannt. Das obere Management hingegen bremst.

Bei einem der eingangs erwähnten Teams äußerte sich dieses Ausbremsen folgendermaßen: Die Führungskräfte wollten ein Innovationsteam zusammenstellen und für dieses Mitarbeiter querbeet aus dem Unternehmen versammeln. Auf diese Weise wollten sie flott etwas Tolles auf die Beine stellen und einen innovativen Prototyp bauen. Doch weder „flott“ noch „toll“ schienen im Sinne des oberen Management zu sein. Dieses stellte sich ihnen mit verschränkten Armen in den Weg und zählte aus: „Wir brauchen eine große Strategie … Jedes Projekt muss mit klarem Businessplan unterlegt werden … Wie hoch ist der Invest? … Was kommt dabei heraus?“ Der Schwung war komplett herausgenommen – der Wandel in weite Ferne gerückt.

 

Eindeutig zweigleisig

Dass Veränderung nicht nur eine Frage des Mindsets ist, ist in vielen Unternehmen noch nicht angekommen. Denn dieses ist – besonders bei Führungskräften des mittleren Managements – bereits zur Genüge vorhanden. Viel entscheidender ist für die Zukunft, dass Sie im Unternehmenshintergrund Strukturen schaffen, die so tief im System verhaftet sind, dass sie den Wandel möglich machen, ihn aus den Köpfen in die Praxis bringen.  

Paradoxerweise ist ein häufiger Grund für das Zögern, dass die Geschäfte zur Zeit richtig brummen. In vielen Betrieben geht es im positiven Sinne drunter und drüber, deshalb sieht das obere Management keine Möglichkeit, Mitarbeiter aus dem Tagesgeschäft herauszunehmen, um parallel zum Tagesgeschäft die Zukunft zu beginnen. Und schon gar nicht diejenigen Mitarbeiter, die das nötige Mindset mitbringen. Da heißt es dann von oben schnell: „Wenn es wieder ruhiger wird, schauen wir noch mal.“

Wann, wenn nicht jetzt?

Selbstverständlich rate ich Ihnen nun nicht, sich unüberlegt in Zukunftsmodelle zu verrennen. Denn unternehmerisches Denken und Kalkulation dürfen vor lauter Innovation und digitalem Wandel nicht ins Hintertreffen geraten. Die Zauberworte, die mit Ihrer Kalkulation jedoch einhergehen sollten, sind „mutig“ und „konsequent“. Und an dieser Stelle möchte ich noch einmal auf das zuvor erwähnte Team zurückkommen, das mit ihrem Innovationsteam bereits auf der richtigen Spur waren. Allein an der Umsetzung und der Struktur haperte es noch.

Mein Tipp deshalb: Denken Sie unkonventionell, wenn Sie in die Zukunft investieren. Ein vielversprechendes Zukunftsmodell ist beispielsweise eine Produktionsstätte für Innovation auf der gegenüberliegenden Straßenseite Ihres Unternehmens – aufgebaut wie ein gesondertes Start-up-Unternehmen mit eigenem Kapital, abseits des Tagesgeschäfts. Erst wenn ein Projekt dort funktioniert, integrieren Sie es ins Alltagsgeschäft. Im Idealfall bringen Sie als Geschäftsführer sich dort ein, während Ihr Stellvertreter das bestehende Tagesgeschäft normal weiterführt. So kann Letzteres weiter boomen und parallel machen Sie Ihr Unternehmen fit für die Zukunft.

 

Die Zukunft beginnt jetzt!

Über kurz oder lang wird das Ausbremsen dazu führen, dass Ihrem Unternehmen gerade die Besten davonlaufen, weil ihnen andere Arbeitgeber ein attraktiveres Arbeitsumfeld und besseres Gehalt bieten. So hindern alte Strukturen im Bereich der Geschäftsführung und des oberen Managements das mittlere Management, ein gut funktionierendes Team aufzubauen, das für die Umsetzung innovativer Ziele unabdingbar sind. 

Niemand kann im Vorfeld sagen oder Ihnen versprechen, dass ein bestimmtes Innovationsprojekt, ein bestimmtes Zukunftsmodell funktionieren wird. Aber wenn Sie es von vornherein gar nicht erst versuchen, sind Sie in spätestens zehn Jahren weg vom Markt. Und viele internationale Unternehmen beweisen bereits, dass eine vielversprechende Zukunft vor Ihnen liegt. 

Haben Sie also den Mut und bleiben Sie oben!

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